Erfahrungsbericht
Deutsch-Französische Juristenvereinigung
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Erfahrungsbericht über Aufenthalt in Rennes 1994/95
von Monika Meyer
Ein Auslandsaufenthalt lohnt sich...... vor allem in Rennes. Die Stadt selbst mit ihren vielen Freizeitmöglichkeiten und das Auslandsstudium an der renommierten juristischen Fakultät, die sich vorbildlich um ihre Gaststudenten kümmert, machen die Zeit zu einem unvergeßlichen Erlebnis.
Rennes - eine Stadt zum Wohlfühlen
Rennes bietet als Universitätsstadt im Herzen der Bretagne alles, um sich als Student/in dort wohlzufühlen. An die 50.000 Studenten sorgen dafür, daß die Stadt "lebt" und die vielen Cafés und Kneipen in der hauptsächlich aus Fachwerk bestehenden Innenstadt, wo auch die juristische Fakultät liegt, laden nach den Vorlesungen oder am Abend zum Verschnaufen und Plaudern ein. Auch kulturell wird in Rennes sehr viel angeboten. Es gibt sehr viele Kinos, ein großes Theater, eine Oper, und über das Jahr verteilt finden einige besondere Veranstaltungen statt, wie z.B. das "festival de cinéma", die Musiktage "les Transmusicales", wo in der ganzen Stadt, im Freien und in Kneipen, gefeiert wird, und im Sommer noch die "Fête de la musique". Auch die Stadt selbst bemüht sich, ihren europäischen Gaststudenten zu zeigen, daß sie in Rennes sehr willkommen sind, und lädt ein- bis zweimal im Jahr zu einem großen Empfang im Rathaus ein.
Die juristische Fakultät
Die Organisation und Betreuung für ERASMUS-Studenten ist vorbildlich. Gleich zu Beginn des Studienjahres, d.h. noch vor Vorlesungsbeginn, findet eine spezielle Einführungsveranstaltung für ERASMUS-Studenten statt, während der man detaillierte Informationen über den Ablauf des Studiums erhält und anschließend bei einem gemeinsamen Umtrunk in der Fakultät die ersten Kontakte zu den anderen ERASMUS-Studenten und den anwesenden Professoren knüpfen kann. Für die weitere Betreuung während des Studiums steht das "bureau des relations internationales" an der Fakultät zur Verfügung, das bei allen Fragen hilfsbereit zur Seite steht.
Das erste Semester beginnt Anfang Oktober und endet Mitte Januar (Prüfungszeit Anfang Februar). Das zweite Semester beginnt Anfang Februar und endet Mitte Mai (Prüfungszeit Ende Mai - Ende Juni). Die juristische Fakultät ist vor allem für Europarecht sehr renommiert, was ein umfangreiches Angebot an Europarechtsvorlesungen nach sich zieht. Man kann sich in Rennes sehr gut auf europarechtliche Vorlesungen spezialisieren und somit, oft viel intensiver als an der Heimatuniversität angeboten, die Grundlagen für das Pflicht- oder Wahlfach Europarecht erlernen. Natürlich kann man sich ebensogut in die Grundlagen des französischen nationalen Rechts einarbeiten. Soweit man keinen Abschluß in der Licence oder Maîtrise machen will (was sehr schwer ist!), kann man sich die Vorlesungen, je nach Interesse oder Schwerpunkt, aus allen vier Studienjahren wählen. Die Professoren, gerade aus dem Bereich des internationalen Rechts, sind im allgemeinen sehr hilfsbereit und bieten am Ende der Semester häufig spezielle mündliche Prüfungen für ERASMUS-Studenten an, um eventuelle Nachteile durch Sprachprobleme in schriftlichen Prüfungen zu vermeiden. Man kann bei einem Professor auch eine Seminararbeit anfertigen, die nach Absprache mit der Heimatuniversität als Seminarschein anerkannt werden kann. Auch die Bibliothek sowie die spezielle Europarechts-Bibliothek befinden sich in der Fakultät, so daß man dort eventuell lückenhafte Vorlesungen gut nacharbeiten kann.
Natürlich sind all diese Informationen nur Bruchstücke und sollen lediglich einen kleinen Einblick bieten ... aber vielleicht auch den Ansporn, sich alles weitere als ERASMUS-Student/in in Rennes aus der Nähe anzuschauen. Bonne chance!
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