Erfahrungsbericht
Deutsch-Französische Juristenvereinigung
Sammlung der DFJ | Erfahrungsberichte
Kurs und Praktikum
Stage International EFB, Paris 2004
von Brigitte Czoske
Das Programm „Stage International EFB“ in Paris findet seit einigen Jahren immer von Oktober bis Dezember statt. Das Programm wird von der Rechtsanwaltskammer Paris (Ordre des Avocats à la Cour de Paris; www.avocatparis.org) in Zusammenarbeit mit der Rechtsanwaltsschule Paris (École de formation professionnelle du Barreau de Paris/EFB - www.efb-paris.avocat.fr) organisiert. Es besteht zum einen aus einem einmonatigen Einführungskurs in das französische Rechtssystem an der EFB und zum anderen aus einem Praktikum in einer Pariser Rechtsanwaltskanzlei mit einer Dauer von mindestens zwei Monaten.
Durch einen Hinweis und einen Erfahrungsbericht auf der Seite der Deutsch-Französischen-Juristenvereinigung (DFJ) wurde ich auf das Programm aufmerksam und nahm an der Stage International teil, nachdem ich die Zweite juristische Staatsprüfung abgelegt hatte. Die Vermittlung und Unterstützung der Bewerbung um einen Platz im Programm erfolgte durch die Kanzlei Grützmacher / Gravert / Viegener (GGV), Frankfurt am Main und Paris (www.gg-v.com), bzw. die dort tätigen Rechtsanwälte Nathalie Maier-Bridou und Dr. Arno Maier-Bridou, die sich seit einigen Jahren für die Kooperation zwischen den Rechtsanwaltskammern Frankfurt und Paris und einen Austausch von Praktikanten engagieren. Die Kontaktdaten sind auf der DFJ-Seite "Praktikum und Wahlstation".
I. DER KURS AN DER EFB
1. Kursteilnehmer
Jedes Jahr nehmen an der Stage International Juristen aus den unterschiedlichsten Ländern teil. Im Jahr 2004 gab es in der Gruppe von insgesamt 19 Teilnehmern zwei tschechische, vier chinesische sowie zwei deutsche Teilnehmer. Darüber hinaus waren die Länder Argentinien, Tunesien, Libanon, Äthiopien, Kamerun, Kongo, Burkina Faso, Nigeria, Kambodscha, Südafrika und Madagaskar mit jeweils einem Teilnehmer vertreten.
Das Alter der Teilnehmer reichte von 27 bis zu 45 Jahren. Der Durchschnitt lag bei ca. 30 Jahren. Teilweise befanden sich die Teilnehmer noch in der Ausbildung zum Rechtsanwalt, teilweise waren sie schon mehrere Jahre als Rechtsanwalt, zumeist als Generalisten, im eigenen Land tätig. Angesichts von zurzeit ca. 18.000 zugelassenen Rechtsanwälten in Paris ist besonders zu erwähnen, dass die meisten afrikanischen Teilnehmer in ihrem Land einer von wenigen Rechtsanwälten sind. Einige der Teilnehmer waren mit der europäischen Kultur, insbesondere auch mit der französischen Kultur vertraut, manche Teilnehmer kamen jedoch das erste Mal nach Europa und waren mit der Metropole Paris und einem völlig anderen Klima- und auch Lebensstil konfrontiert. Die großen Kulturunterschiede hinderten aber keinesfalls einen offenen Austausch und beim gemeinsamen Mittagessen entwickelten sich oft interessante Gespräche.
Der überwiegende Teil der Teilnehmer verfügte über ein hohes Niveau an französischen Sprachkenntnissen, da die meisten in französischer Sprache studiert hatten oder Französisch in ihrem Heimatland zumindest Amtssprache ist. Lediglich die Teilnehmer aus China hatten deutliche Schwierigkeiten, dem Unterricht oder einer Gerichtsverhandlung zu folgen.
2. Kursinhalt
Der im Oktober ganztägig abgehaltene Kurs bot ein abwechslungsreiches Programm und eine umfassende Einführung ins französische Rechtssystem bzw. Gerichtswesen. Der Kurs fand an der EFB statt, die eine rechtlich selbständige, der Rechtsanwaltskammer Paris zugeordnete Einrichtung ist und die Ausbildung der Juristen zur Rechtsanwaltstätigkeit sowie die regelmäßige Fortbildung der bereits tätigen Rechtsanwälte gewährleistet. Der Kurs begann mit der Vorstellung des Berufs des Rechtsanwalts und seiner Bedeutung in Frankreich. Insbesondere wurden der Aufbau und die Tätigkeit der Rechtsanwaltskammern am Beispiel Paris besprochen. Es wurden die praktischen Aspekte der Rechtsanwaltstätigkeit, wie z.B. Aktenführung, Honorarabrechnung (in Frankreich wichtig wegen fehlender Gebührenordnung für Rechtsanwälte) sowie die allgemeine Führung einer Rechtsanwaltskanzlei näher betrachtet, was vor allem für die Berufsanfänger unter den Teilnehmern sehr interessant war. Uns wurden zudem die aktuellen Zahlen zur Berufsmarktentwicklung der Rechtsanwälte in Frankreich und Paris präsentiert. Ein Historiker machte uns dann auf einer ausgedehnten Führung mit dem Palais de Justice vertraut und verhalf uns zu einer ersten Orientierung in diesem weitläufigen Gebäude.
Der Einstieg ins materielle Recht erfolgte mit dem Thema Menschenrechte, wobei deren besondere Bedeutung für die Gesetzgebung und Rechtsprechung in Frankreich näher beleuchtet wurde. Da keiner der Teilnehmer im Strafrecht spezialisiert war oder eine Spezialisierung in diesem Rechtsgebiet anstrebte, sprachen wir im Strafrechtskurs über die unterschiedlichen Rechtssysteme der Heimatländer der Teilnehmer und insbesondere ausführlich über die teilweise noch existierende Todesstrafe und deren Bedeutung im jeweiligen Land.
Es gab Unterrichtseinheiten zu Aufbau und Zuständigkeit von tribunal d’instance, tribunal de grande instance, cour d’appel, conseil d’Etat, conseil constitutionnel, tribunal de commerce, conseil de prud’hommes und tribunal administratif. Nach der entsprechenden Unterrichtseinheit folgte jeweils der Besuch bzw. die Teilnahme an einer Verhandlung der jeweiligen Gerichtsbarkeit (außer tribunal administratif, tribunal de commerce und conseil constitutionnel). Bei den Besuchen der Gerichtszweige wurden wir jeweils von den Rechtsanwälten begleitet, die vorher auch den theoretischen Unterrichtsteil abgehalten hatten. Ein deutlicher Schwerpunkt lag weiterhin auf dem Zivilprozessrecht. Das Verwaltungsprozessrecht wurde in aller Kürze grob theoretisch erörtert. Zu Mietrecht, Gesellschaftsrecht, Handelsrecht, Familienrecht, Arbeitsrecht und zum System des einstweiligen Rechtsschutzes gab es jeweils einen Kurzabriss.
Alle Dozenten des Kurses (Anwälte, Richter, Historiker) unterrichten auch normalerweise an der EFB, waren sehr erfahren im Unterrichten von jungen Juristen und immer für Verständnisfragen oder auch einfache Vokabelfragen offen. Eine gute Abwechslung zum juristischen Programm bot die sehr gute Unterrichtseinheit „Redekunst und die Kunst des Überzeugens“. Der Unterricht wurde an zwei Tagen von Schauspielern und Trainern für die Eloquenzwettbewerbe der Rechtsanwaltskammer (conférence du stage) gehalten.
Eindeutiger Höhepunkt war die Fahrt am Ende des Kurses für zwei Unterrichtstage zur Vertretung der französischen Rechtsanwaltskammern nach Brüssel. Auf dem Programm standen eine Einführung ins Europarecht und der Rechtsanwaltstätigkeit in diesem Bereich sowie ein Einblick in die Aufgaben und Arbeitsweise der Delegation. Die Dozenten (Rechtsanwälte) berichteten aus ihrer täglichen Beratungspraxis zu den Materien freier Warenverkehr, Zollbestimmungen (in Beziehung zu Drittstaaten), Instrumente der Handelspolitik der Europäischen Union und Wettbewerbspolitik der Europäischen Union.
3. Rahmenprogramm
Als Rahmenprogramm war von Seiten des Ordre des Avocats am Ende des Kurses ein Empfang organisiert, zu dem alle Teilnehmer und die sie im folgenden Praktikum betreuenden Rechtsanwälte eingeladen wurden. Leider kamen nur sehr wenige der Rechtsanwälte zu diesem Empfang.
Einige Kursdozenten gaben interessante Tipps und weitere Möglichkeiten zum Kennen lernen des französischen Rechtssystems. So nahm uns z.B. die Rechtsanwältin, die die Unterrichtseinheit zum Conseil d’Etat hielt, außerhalb des vorgesehenen Unterrichts zu einer interessanten Verhandlung im Conseil d’Etat mit. Der Historiker, der uns durch den Palais de Justice führte, wies uns auf die gerade in der Bibliothek des Palais de Justice stattfindende Conférence du stage (www.laconference.org) hin. Die Conférence du stage ist ein einmal jährlich veranstalteter Eloquenzwettbewerb für junge Rechtsanwälte der Rechtsanwaltskammer Paris.
Ferner wurden uns noch die Termine der regelmäßig stattfindenden Conférence Berryer mitgeteilt. In der Conférence Berryer stellen jeweils ein berühmter Schauspieler oder Politiker sowie ein „secrétaire de la conférence du stage“ ihre Redekunst unter Beweis. Die Conférence Berryer findet ca. einmal im Monat in der Salle des Criées im Palais de Justice statt und wird durch Hinweiszettel im Palais de Justice und an der EFB angekündigt. Weitere Informationen zur Conférence Berryer sind auf der Internetseite der Conférence du stage zu finden.
4. Persönliche Beurteilung
Die im Kurs während eines Monats erworbenen Kenntnisse konnte ich im nachfolgenden Praktikum in der Rechtsanwaltskanzlei weiter vertiefen und sie halfen mir zum Verständnis der Rechtsfälle bzw. beim Lösen der mir vorgelegten diversen Rechtsprobleme. Von den meisten Dozenten wurde eine sehr gute Dokumentation ihrer Unterrichtseinheit ausgeteilt, auf die ich während des Praktikums in der Rechtsanwaltskanzlei oft zurückgegriffen habe. Ich halte es daher für sinnvoll, zuerst den Kurs zu belegen und dann das Praktikum in der Rechtsanwaltskanzlei zu absolvieren und die Reihenfolge möglichst nicht zu verändern.
Der Kurs wurde von durchweg hervorragenden Dozenten abgehalten, sowohl an der EFB Paris als auch in der Delegation in Brüssel, die ihren Unterricht gut strukturierten und vielfach spontan dem Kenntnisstand und den Interessen der Kursteilnehmer anpassten, eine effektive Rechtsvergleichung zwischen den einzelnen Ländern ermöglichten oder darauf hinwirkten, dass fruchtbare Diskussionen zwischen den Kursteilnehmern entstanden. Der Austausch mit Kollegen aus so unterschiedlichen Ländern, Kulturen, Weltanschauungen war einzigartig und hat mich nachhaltig beeindruckt.
Als einzig negativer Punkt bleibt nur zu erwähnen, dass der Kurs mit seinem engen Zeitrahmen manchmal nicht genügend Möglichkeiten ließ, den so verschiedenen Nationalitäten, Kulturen gebührend Rechnung zu tragen. Es war insofern eigene Organisation gefragt, um gemeinsame Treffen außerhalb des Kurses zu veranstalten, die mehr Zeit und Ruhe boten.
Ich habe meine Kenntnisse im französischen Rechtssystem sehr erweitert und zudem die Möglichkeit erhalten, nicht zuletzt durch einige nützliche Tipps der EFB zu Tätigkeitsmöglichkeiten ausländischer (insbes. deutscher) Rechtsanwälte in Frankreich, meine beruflichen Möglichkeiten in Frankreich realistischer bewerten zu können.
II. PRAKTIKUM IN DER RECHTSANWALTSKANZLEI
Für alle deutschen Teilnehmer ist im Anschluss des Kurses an der EFB ein Praktikum in einer Pariser Rechtsanwaltskanzlei von zwei Monaten Dauer vorgesehen. Die Aufenthaltsdauer der Teilnehmer des Stage International war insgesamt sehr unterschiedlich. Für die chinesischen Teilnehmer war ein Praktikum von fünf Monaten Dauer, für die Argentinierin und die Südafrikanerin ein Praktikum von zwei Monaten eingeplant. Alle anderen Teilnehmer absolvierten lediglich ein einmonatiges Praktikum. Diese letztere kurze Aufenthaltsdauer lag wohl hauptsächlich in den Visabestimmungen für die Teilnehmer begründet. Die Rechtsanwaltskanzlei kann von den Teilnehmern frei gewählt werden. Falls keine Kanzlei gewählt wird, erfolgt eine Zuteilung durch den Ordre des Avocats.
1. Die Rechtsanwaltskanzlei hw&h
Für den praktischen Teil des Programms wählte ich die Rechtsanwaltskanzlei Hertslet Wolfer & Heintz (hw&h), 39 rue Pergolèse, 75116 Paris. Aufmerksam war ich auf die Kanzlei hw&h durch einen Erfahrungsberichts auf der Seite der DFJ geworden (siehe Bericht von Martin Sebastian Eßer, Bonn 1999). Ansprechpartner für eine Bewerbung um ein Praktikum ist Maître Fabrice Bauman, einer der Partner der Kanzlei. In der 1988 gegründeten Kanzlei sind zurzeit sechs Partner und sechzehn angestellte Rechtsanwälte tätig, die in den überwiegenden Fällen sowohl als Avocat à la Cour in Frankreich als auch als Rechtsanwälte in Deutschland zugelassen sind. Die Mehrzahl der Rechtsanwälte sind Franzosen, meist jedoch perfekt zweisprachig (französisch-deutsch). Zudem gibt es einen irischen Rechtsanwalt.
Die Kanzlei berät und vertritt hauptsächlich international tätige Unternehmen. Die Rechtsanwälte haben unterschiedliche Arbeitsschwerpunkte und werden insgesamt in folgenden Bereichen tätig: Handels- und Gesellschaftsrecht, Sozial- und Arbeitsrecht, gewerblicher Rechtsschutz, Wettbewerbs- und Kartellrecht, gewerbliche Mietrecht, Produkthaftung, IPR, Insolvenzverfahren, Firmengründung, Kaufrecht, Veräußerung oder Restrukturierung von Unternehmen sowie Schiedsverfahren.
2. Tätigkeiten während des Praktikums
Die Praktikanten der Kanzlei hw&h sind keinem der Rechtsanwälte speziell zugeteilt, außer im Bereich des gewerblichen Rechtsschutzes, da dort gerade ein großer Bedarf besteht. Während meines Praktikums führte ich juristische Recherchen im deutschen und französischen Recht durch, verfasste Rechtsgutachten, Schreiben an Mandanten, sowie Schriftsätze an deutsche Gerichte und nahm an einer Mandantenbesprechung teil. Zudem fertigte ich Übersetzungen (französisch–deutsch) sowohl von Gerichtsentscheidungen und Schriftsätzen als auch von Schriftstücken (englisch–französisch), die als Beweismittel dienten, an. Meine Tätigkeiten lagen im französischen Wettbewerbsrecht, Schuldrecht, Handelsrecht und Gesellschaftsrecht sowie im deutschen Schuldrecht, Produkthaftungsrecht, Gesellschaftsrecht, Zivilprozessrecht und Baurecht.
Des Weiteren übernahm ich die Erledigung von Formalitäten bei diversen Pariser Gerichten. Dies veranschaulichte mir noch einmal die Unterschiede zwischen deutschem und französischem Prozessablauf und gab mir Gelegenheit, die eindrucksvollen Pariser Gerichtsgebäude näher kennen zu lernen.
Die juristischen Recherchen, gerade im deutschen Recht, werden durch die sehr gut ausgestattete Bibliothek der Kanzlei und die Möglichkeit des Zugriffs auf alle wichtigen deutschen juristischen Datenbanken erheblich erleichtert.
3. Persönliche Anmerkungen
Die Kanzlei hw&h hat mit ihren rund zwanzig Rechtsanwälten eine angenehme Größe und es herrscht eine gute Arbeitsatmosphäre. Ich wurde von der Kanzlei freundlich empfangen und es bleibt zu erwähnen, dass der für die Praktikanten zuständige Rechtsanwalt der Kanzlei einer der wenigen Rechtsanwälte war, der zum vor Beginn des Praktikums organisierten Empfang der Rechtsanwaltskammer kam.
Während meines Praktikums absolvierten auch immer 2–3 andere Praktikanten (Franzosen mit abgeschlossenem Rechtswissenschaftsstudium) ihr Praktikum in der Kanzlei. Dadurch ergab sich die Möglichkeit, sich über die verschiedenen Rechts- und Ausbildungssysteme auszutauschen und bei Problemen zum Verständnis des französischen Rechts nachzufragen. Teilweise entwickelte sich auch ein netter persönlicher Kontakt.
Die Kanzlei gab mir schließlich die Möglichkeit, das anfangs lediglich für zwei Monate vorgesehene Praktikum zu verlängern. Da das Praktikum im Rahmen der Stage International meine erste Erfahrung in einer französischen Rechtsanwaltskanzlei war, erschien mir die vorgesehene Zeit von zwei Monaten als sehr kurz.
III. SONSTIGE HINWEISE
Ein Rechtswörterbuch ist gerade am Anfang für den Unterricht an der EFB sehr hilfreich. Falls während des Praktikums in der Rechtsanwaltskanzlei Recherchen in Spezialgebieten des deutschen Rechts gemacht werden müssen, sind die Bibliothek des Institut du droit comparé an der Universität Paris II (www.u-paris2.fr/idc) oder die Universitätsbibliothek Cujas (biu-cujas.univ-paris1.fr) (Kataloge online) zu empfehlen, da sie über die wichtigsten deutschen juristischen Kommentare und Zeitschriften verfügen. Mit dem Studentenausweis der EFB, den alle Teilnehmer an der Stage International erhalten, ist es möglich, bei den Bibliotheken einen Leseausweis zu beantragen.
Es sei betont, dass ein dreimonatiger Aufenthalt in Paris mit hohen Lebenshaltungskosten verbunden ist, vor allem, was die Unterkunft betrifft. Für alle Teilnehmer aus „Entwicklungsländern“ (außer für die Teilnehmer aus Tunesien, Argentinien und Deutschland) wird seitens der Rechtsanwaltskammer Paris eine Unterkunft bereitgestellt und diese Teilnehmer erhalten ein Stipendium, das die Kosten für Reise, Unterkunft und Verpflegung deckt. Für Deutsche ist es ausgeschlossen, eine finanzielle Unterstützung seitens der Rechtsanwaltskammer Paris zu erhalten, für den Unterricht an der EFB fallen jedoch keine Kosten an und die Fahrt nach Brüssel wird für alle Teilnehmer finanziert. Teilweise wird von der Rechtsanwaltskanzlei, je nach „Politik“ der Kanzlei und Ausbildungsstand des Praktikanten, ein geringes Praktikumsentgelt gezahlt, was hilft, die Ausgaben ein wenig zu kompensieren. Die Praktika sind jedoch grundsätzlich unentgeltlich.
Die über die ganze Stadt verteilten Mensen des CROUS (Pariser Studentenwerk – www.crous-paris.fr) bieten einer guten und vor allem günstigen Möglichkeit zum Mittagessen. Auch bei der Wohnungssuche ist das CROUS hilfreich. Es sei auf alle Hinweise zur Wohnungssuche in den verschiedenen Erfahrungsberichten auf der Seite der DFJ verwiesen, z.B. die wöchentlich erscheinende Zeitung für den Pariser Wohnungsmarkt „De Particulier à Particulier“ (im Internet unter www.pap.fr), diverse Schwarze Bretter der verschiedenen Pariser Universitäten, des Goethe Instituts, der Église Américaine oder auch das Foyer Porta (nur für Frauen und weit im Voraus zu buchen). Ich hatte letztlich das Glück, bei einer Bekannten wohnen zu können.
IV. FAZIT
Das Stage International bietet durch seine gut gewählte Kombination von Theorie und Praxis eine optimale Möglichkeit des Kennenlernens oder Vertiefens von Kenntnissen des französischen Rechtssystems. Zudem eröffnet es die einzigartige Möglichkeit zum Austausch mit Juristen aus vielen verschiedenen Ländern und Kulturkreisen und ganz nebenbei den Aufenthalt, das Leben und Arbeiten, in einer einzigartigen Stadt. Das Programm Stage International hat mich letztlich in meinem Ziel verstärkt, als Rechtsanwältin in Frankreich tätig zu werden und die Zulassungsprüfung für ausländische Rechtsanwälte (examen d’aptitude) abzulegen, um eine Zulassung als Rechtsanwältin (Avocat à la Cour) in Frankreich zu erhalten.
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